Dioptrien


Dioptrien als Einheit der Brechkraft


Nach einem Besuch beim Augenarzt erhalten viele Patienten mit einer Kurz- oder Weitsichtigkeit ein Rezept für eine neue Brille bzw. Brillengläser. Auf dem Rezept ist dann vor allem der ermittelte Dioptrien-Wert zu finden, der zeigt, dass sich die Augen verschlechtert haben. Der Wert der Dioptrien gibt an, wie stark die Brillengläser sein müssen. Aber was bedeutet Dioptrien genau? Wie kommen Ärzte oder Optiker auf bestimmte Dioptrien-Werte? Wie unterscheiden sich die Werte bei Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit? Fragen wie diese wollen wir im Folgenden beantworten.

 

 

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Veröffentlicht:
13. September 2018

Allgemeines Wissen zu Dioptrien


Bei Dioptrien gilt grundsätzlich: Je größer der Wert ist, desto ausgeprägter ist die Sehschwäche, was durch Kontaktlinsen oder eine Brille als Sehhilfe ausgeglichen werden muss. Steht vor den Dioptrien ein Minus, liegt eine Kurzsichtigkeit vor. Steht ein Plus vor dem Wert, liegt eine Weitsichtigkeit vor. Auch die Krümmung der Hornhaut kann den Wert beeinflussen. Die Werte werden dabei in 0,25-Schritten angegeben. Die präzise Abstufung hat sich bewährt, da die Ergebnisse tagesformabhängig schwanken können. Mittlerweile ist auch eine Abstufung in 0,13-Schritten möglich.

Was geben Dioptrien an?


Für die Antwort lohnt sich ein Blick auf die Funktion des menschlichen Auges. So bündelt das Auge das einfallende Licht und bildet es auf der Netzhaut ab – wir sehen scharf. Diese Fähigkeit bezeichnen Experten auch als Brechkraft, die in Dioptrien als Maßeinheit angegeben wird. Ein gesundes Auge verfügt für gewöhnlich über eine Brechkraft von etwa 60 Dioptrien. Ein großer Teil der Brechkraft macht die Hornhaut aus, zum kleineren Teil auch die Linse. Durch den Ciliarmuskel und die Zonularfasern ist die Linse beweglich und kann die Brechkraft ändern. Im stark gekrümmten Zustand der Linse können wir Objekte in der Nähe scharf sehen. Ist die Linse abgeflacht und vergrößert, ist die Brechkraft konzentriert und wir sehen Objekte in der Ferne scharf. Diese Anpassungsfähigkeit wird auch als Akkommodation bezeichnet. Mit zunehmendem Alter nimmt die Flexibilität und Elastizität der Linse ab.


Den Namen hat Dioptrie übrigens von dem französischen Augenarzt Ferdinand Monoyer. Bis dato gab es keine Einheit für die Stärke der Linsen, daher führte Monoyer 1872 die Maßeinheit Dioptrie ein, die drei Jahre später auch von einem Fachkongress anerkannt wurde. Monoyer schuf außerdem einen Sehtest, um die Sehschärfe messen zu können. Der Sehtest wird bis heute als Monoyer-Skala bezeichnet.

Dioptrien als wichtige Information gebrauchen


Bei einer Fehlsichtigkeit gibt die Dioptrien-Zahl Auskunft über die Abweichung der Brechkraft von der Norm. Für uns Optiker von Optik Peter Meyer ist das zum Beispiel sehr wichtig, um Brillengläser und Kontaktlinsen individuell anpassen, bestellen und herstellen zu können. Denn je nachdem, wie stark die Dioptrien abweichen, müssen die Linsen das Licht stärker oder schwächer brechen.


Wichtig zu wissen ist, dass die Dioptrien der Augen nicht den Werten der Brille entsprechen. Auf dem Rezept wird angegeben, welche Stärke die Sehhilfe haben muss. Dieser Wert wurde vorab mit Hilfe von Messwerten der Augen und verschiedenen Distanzen, in denen scharfes Sehen möglich ist, ermittelt. Bei Kurzsichtigkeit muss die Brille die zu hohe Brechkraft verkleinern. Denn durch die Kurzsichtigkeit wird der Augapfel verlängert. Eine konkave Linse ist nach innen gewölbt und gaukelt dem Auge vor, dass sich das Objekt im Blickfeld in der Nähe befände. Die Fehlsichtigkeit wird ausgeglichen. Bei einer Fehlsichtigkeit hingegen ist der umgekehrte Effekt nötig, um die Fehlsichtigkeit auszugleichen. Hier ist die Linse konvex, also nach außen gewölbt. In diesem Fall ist der Augapfel zu kurz und die Brechkraft wird verlängert.


Für Optiker und Betroffene heißt das konkret: Je höher der Dioptrien-Wert ausfällt, desto dicker sind Gläser für die Brille. Im Alltag kann das jedoch in schwerwiegenden Fällen unpraktisch sein. Bei sehr hohen Werten sind die Gläser sehr dick und klobig. Abhilfe schafft hier der Brechungsindex. Dieser ergibt sich abhängig von den Dioptrien, vom Material der Gläser und von der Beschaffenheit der Brille. All dies beeinflusst die Dicke der Gläser.


Bei niedrigen Werten empfehlen wir einen niedrigen Brechungsindex. Bei höheren Werten empfehlen wir hingegen einen höheren Brechungsindex. Entsprechend sorgt der Index dafür, dass die Gläser unabhängig von den Dioptrien-Werten recht dünn und leicht bleiben, was im Alltag angenehmer und funktionaler ist. Das ist für Brillenträger eine große Erleichterung. Wir beraten Sie hierzu gerne!