Grauer Star


Grauer Star ist keine seltene Augen-Erkrankung


Grauer Star oder Katarakt ist eine Augenkrankheit, die mit der Trübung der Augenlinse einhergeht. Meist macht sich das erst langsam bemerkbar, denn das Sehvermögen lässt langsam nach. Die Betroffenen sehen zunehmend unscharf und verschwommen mit schwachen Kontrasten. Auch Blendungserscheinungen können auftreten. Meist ist Grauer Star altersbedingt. Grauer Star kann aber auch Folge einer Augenverletzung, von Strahleneinwirkung, Medikamenten oder Diabetes sein. In seltenen Fällen ist die Erkrankung angeboren.


Ist die Erkrankung fortgeschritten, sehen die Betroffenen wie durch ein Milchglas. Unbehandelt führt die Krankheit zur Erblindung. Durch eine Operation, bei der die trübe Linse entfernt wird, kann das Sehvermögen gerettet werden. Dazu übernimmt später eine eingepflanzte Kunstlinse die Funktion der erkrankten Linse.

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Veröffentlicht:
12. September 2018

Häufige Ursachen für Grauer Star


Grauer Star kann verschiedene Ursachen haben. In 90 Prozent der Fälle liegt eine Alterskatarakt vor. Ein Risikofaktor für Grauer Star ist starkes Rauchen. Außerdem können starke Medikamente wie Cortison, Erkrankungen wie Diabetes, Augenverletzungen bei Unfällen oder Strahleneinwirkung durch Röntgenstrahlen, UV-Strahlung oder Infrarot-Strahlung Grauer Star auslösen. Grauer Star kann auch erblich bedingt sein und von Geburt an vorliegen, hier können aber auch vorgeburtliche Infektionen der Mutter eine Rolle spielen.


Symptome beim Grauer Star


Typisch für Grauer Star sind langsam fortschreitende Symptome mit einer langsam nachlassenden Sehkraft. Erst im späten Stadium sehen die Patienten unscharf, matt, verzerrt und verschleiert. Auch die Kontraste werden schwächer, die Farben blasser. Man sieht wie durch ein Milchglas. Typisch ist auch, dass Sonne und Scheinwerferlicht beim Autofahren im Dunkeln blenden. Die getrübte Linse bricht das Licht anders. Außerdem nimmt die Kurzsichtigkeit zu.


Grauer Star – Diagnose beim Augenarzt


Beim Augenarzt gibt es verschiedene Augentests und Untersuchungen zur Diagnose. Zunächst wird eine Spaltlampenuntersuchung durchgeführt. Durch die spezielle Lichtführung können Veränderungen der Strukturen im Auge beobachtet werden. Wenn der Graue Star reif oder überreif ist, erscheint die Pupille häufig weiß oder gelblich. Ein angeborener Grauer Star sollte bald nach der Geburt diagnostiziert werden, um eine Heilung zu ermöglichen und zu verhindern, dass sich eine beeinträchtigende Sehschwäche entwickelt.


Operative Behandlung bei Grauer Star


Grauer Star kann operativ behandelt werden. Dazu wird die getrübte Linse entfernt. Diese wird dann durch eine künstliche Linse ersetzt. Mit Medikamenten ist Grauer Star nicht heilbar.
Die Operation gilt als sehr sicher und risikoarm. Oft können die Patienten den Zeitpunkt der Operation frei wählen, was von der Beeinträchtigung im Alltag abhängt. Die Staroperation erfolgt unter örtlicher Betäubung und dauert knapp 30 Minuten, sie kann daher in der Regel ambulant durchgeführt werden. Die Patienten erhalten nach der Operation eine eingepflanzte Kunstlinse.


Die klassische Operationsmethode ist heute der Ultraschall. Dabei wird die trübe Linse durch Ultraschall zerkleinert und dann in kleinen Stücken sorgfältig entfernt. Eine Alternative ist die Operation mit dem Femtosekundenlaser. Dabei wird die Linse durch den Laser zerkleinert. Außerdem werden vorbereitende Schritte zum Linsenaustausch wie Kapsolotomie und Tunnelbildung durchgeführt. Der Chirurg führt dazu kleine Schnitte am Auge durch. Dies führt jedoch letztlich zu einer schnelleren Rehabilitation und ermöglicht eine präzisere Operation.


In Deutschland gehört Grauer Star zu den häufigsten operativen Eingriffen. Jährlich erfolgen etwa 800.000 Eingriffe. Die Operation ist eine der sichersten und ist mit geringen Risiken verbunden. So sind die Erfolgsaussichten sehr gut. Nach einer OP kann in der Regel die volle Sehschärfe wiederhergestellt werden. In der Folge sollten Patienten keine schwere körperliche Arbeit durchführen, nicht schwimmen, keinen Leistungssport betreiben, die Sauna meiden und ihre Medikamente gewissenhaft anwenden.


Prognose bei Grauer Star


Bei einer erfolgreichen OP ist die Prognose in der Regel positiv. Viele Patienten erreichen anschließend wieder die volle oder die annähernd volle Sehkraft bzw. Sehschärfe. Ist Grauer Star angeboren, ist die Prognose umso besser, je früher die Operation erfolgt.


Gewusst wie: Lässt sich Grauer Star vorbeugen?


Leider ist es praktisch nicht möglich, der Erkrankung Grauer Star vorzubeugen. Die Trübung der Linse ist oft Teil des natürlichen Alterungsprozesses. Dennoch spielen einige Faktoren eine wichtige Rolle, ob Grauer Star entsteht. Wichtig ist etwa, sich vor Augenverletzungen und intensiver Strahleneinwirkung durch Sonnenbrillen bzw. Schutzbrillen zu schützen, etwa am Arbeitsplatz. Wie erwähnt, begünstigt auch das starke Rauchen die Entwicklung des Grauen Stars. Wer 15 Zigaretten oder mehr am Tag raucht, erhöht das Risiko der Linsentrübung erheblich.


Auch wer mit dem Rauchen aufhört, hat ein höheres Risiko zu erkranken. So ist es sinnvoll, erst gar nicht zu Rauchen. Wenn Grauer Star erblich bedingt ist, gibt es keine vorbeugenden Maßnahmen. Angeborener Grauer Star kann jedoch auch durch andere Einflüsse entstehen. Hier kann man vorbeugen. Das gilt etwa für Schwangere, die einen Impfschutz gegen Röteln nicht versäumen sollten. Das ungeborene Kind könnte durch eine Röteln-Infektion Grauer Star entwickeln. In jedem Fall empfiehlt sich ein Gang zum Augenarzt.